Hotellerie im Umbruch

Ferienhotellerie im Umbruch. Neue Chancen auf Erfolg. 2 Faktoren entscheidend.

Hotelbetriebe müssen sich in einer zunehmend komplexeren Welt behaupten.

Ihr Geschäftsumfeld ist vielfältiger, dynamischer und vernetzter als je zuvor und zugleich immer weniger vorhersehbar. Worin erkennt man den Umbruch?

  1. Nicht nur der direkte Mitbewerb nebenan, sondern auch „neue“ Mitbewerber, wie Airbnb, Themenspezialisten oder Low Budget-Ketten (wie die Österreichische Adeo Gruppe oder die Explorer Hotelgruppe, die sogar auf „Passiv-Haus“- Standard baut) mischen den Markt der Ferienhotellerie auf.
  2. Veränderte gesellschaftliche Werte verändern das Reise-, Urlaubs- u. Buchungsverhalten. Gäste werden sprunghafter und reisen lieber öfter und kürzer und die Motive für „Urlaub“ werden vielfältiger. Die Gäste werden ganz klar immer anspruchsvoller. Sie legen mehr Wert auf Qualität, wollen aber trotzdem „preis-wert“ Urlaub machen. Wertefelder, wie EGO-Tourismus, Neo-Health, Native-Eco oder Inspiration, welche im Buch „Tourismus 2025 – Fit für die Zukunft?“ beschrieben werden, haben wesentlichen Einfluss auf die Geschäftsmodelle im Tourismus.
    Auch veränderte natürliche Ressourcen, wie das wärmere Klima, zu viel oder zu wenig Schnee, die Anzahl von Regen- und Sonnentage, unvorhersehende Stürme und Felsstürze sowie ökologische Energiequellen liefern Chancen und Risiken für Geschäftsmodelle von Hotels.
  3. Technische Innovationen erhöhen das Tempo des Wandels. Schnelligkeit, Mobilität und Informations- u. Buchungskomfort sind wesentliche Auswüchse der Digitalen Entwicklung und Transformation in der Hotellerie. Transparenz und Vergleichbarkeit im Internet lösen Preisschlachten und den Kampf um jedes Bett aus.
  4. Auch die veränderten Wertehaltungen von Menschen in der Arbeitswelt wirken auf Geschäftsmodelle. Der Personalmangel an qualifizierten Mitarbeiter*innen hat sich auch in der alpinen Ferienhotellerie breit gemacht. Es wird immer schwieriger, gut ausgebildetes und motiviertes Hotelpersonal für die Hotellerie/Gastronomie zu begeistern, um authentische und hochwertige Qualität für den Gast zu bieten. Das Stichwort „Arbeitgeber Marke“ wird für die Hotellerie/Gastronomie zunehmend zum relevanten Wettbewerbsfaktor.
  5. Und last but not least, liefert das Thema Betriebsnachfolge in vielen Hotelbetrieben einen mächtigen Wachstums- u. Veränderungsstopp. Nicht professionell gemanagte Betriebsnachfolgen verbrennen über Jahre hin Gewinne von Hotelbetrieben, lähmen oft die Organisation und Motivation aller Beteiligten und beeinflussen massiv die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Zugegeben, solche Veränderungen kommen nicht von einem Tag auf den anderen. Aber genau das scheint das Problem zu sein. Die vermeintlich hohe Komfortzone, in denen sich viele Hotelbetriebe sichtlich wohlfühlen, trägt dazu bei, dass man früher oder später vor Problemen steht und nicht genau weiß, warum!

Tun Sie es! Schärfen Sie Ihr Geschäftsmodell.

In meiner täglichen Praxis höre ich sehr oft die Phrase: „Herr Albrecht, unserem Hotel geht es doch eigentlich sehr gut. Wir haben eine gute Buchungslage. Wir haben alle Hände voll zu tun, dem  Alltagsgeschäft gerecht zu werden. Da bleibt wenig Zeit, sich mit der Zukunft zu beschäftigen. Warum sollten wir uns gerade jetzt den Kopf darüber zerbrechen?“

Dies möchte ich mit einem Zitat von Lucius Annaeus Seneca entgegnen: „Es ist nicht zu wenig Zeit, die wir haben, sondern es ist zu viel Zeit, die wir nicht nutzen“.

Natürlich ist es nicht einfach und auch unbequem, die „Pferde in voller Fahrt zu wechseln“, wenn doch eigentlich alles, zumindest in einem akzeptablen Rahmen, gut zu laufen scheint.

Warten Sie nicht, bis Sie unter Druck stehen. Im Reagieren wird es doppelt so schwer, einen neuen Kurs erfolgreich einzuschlagen.  Wenn wir von Schärfung sprechen, dann sprechen wir nicht davon alles neu zu erfinden. Es geht darum, potentielle Chancen und vorhandene Schwächen bzw. auch unsichtbare Gefahrenpotentiale im Betrieb zu identifizieren, kritisch zu prüfen und neue zukunfts- und ertragsorientierte „Erfolgsmuster“ zu erkennen und zu entwickeln.

Im Zuge der Schärfung des Geschäftsmodells werden alle relevanten Einflussfaktoren geprüft, die maßgeblich auf die zukünftigen Unternehmensgewinne wirken.

2 Erfolgsfaktoren, die Ihnen helfen, zukunfts- und ertragsfähiger zu sein

Aus unserer Praxis möchten wir Ihnen zwei Erfolgsfaktoren nahelegen, die Ihnen „Impulse“ geben, aktiv in die Zukunft zu blicken. Unsere erfolgserprobten, systemischen Methoden, Strategien, Marken und Geschäftsmodelle mit unseren Kunden zu entwickeln, gewährt Ihnen die Garantie, kein Zufallsprodukt zu schaffen. Die Erfolgsformel lautet:

DN + R + K = E

Differenzierung im Nutzen + Relevanz + Kontinuität = Erfolg

1. Schaffen Sie eine „Nutzendifferenzierung“

Ein Hotelbetrieb mit hoher Strahlkraft hat meist eine klare und divergente Identität. Wer sind Sie? Welche Daseinsberechtigung hat Ihr Betrieb? Was macht Ihren Betrieb so spezifisch und außergewöhnlich? Dass sind wichtige Fragestellungen, um Ihren Identitätskern zu erarbeiten. Fragen Sie sich, wodurch Sie sich von den Nachbarhotels unterscheiden, welchen unverwechselbaren Wert (Nutzen) schaffen Sie, der bei bestimmten Gästegruppen eine hohe Relevanz hat? Was machen Sie besser oder anders, dass es Ihnen ermöglicht, (höhere) Preise durchzusetzen?

Sobald Sie Ihre Nutzendifferenzierung und Identität erarbeitet haben, können Sie alle anderen Aspekte des Geschäftsmodells erarbeiten. Achten Sie dabei sehr stringent darauf, dass die Angebots- und Leistungslogik, Gästestruktur, Ertragslogik, Vermarktungslogik, Preislogik, Architektur sowie Ihre Organisation (Struktur und menschliche Komponente) und externen Schlüsselressourcen immer in die Nutzendifferenzierung und Identität einzahlen. Weichen Sie keinen Millimeter ab. Je besser Ihnen das gelingt, desto eher schaffen Sie eine authentische und starke Hotelmarke. Bedenken Sie, dass nur ca. 5 - 10 % aller österreichischen Hotelbetriebe in der Ferienhotellerie divergent ausgerichtet sind. Dadurch bieten sich noch vielfältige Möglichkeiten an, Ihren Betrieb als Leuchtturm zu entwickeln und damit Gewinne und Auslastung zu erhöhen.

Tipp: Wenn Sie in diesen strategischen Change-Prozess eintauchen, beginnen Sie die Zukunft in der Vergangenheit/Gegenwart aufzurollen. Jedes Unternehmen hat historische Erfolgsmuster und Schwachstellen. Diese gilt es transparent aufzuarbeiten und zu bewerten, was davon mit in die Zukunft genommen wird.

2. Die Zukunft selbst gestalten – Heute statt morgen

Ein Unterschied zwischen „tonangebenden Betrieben“ und „Mitläufern“ ist die Fähigkeit, die Zukunft nach eigenen Vorstellungen zu gestalten.  Diese Fähigkeit begründet sich durch eine Unternehmenskultur, die dazu motiviert, immer einen Grund zu haben, sich weiterzuentwickeln und sich zu verbessern, anstatt andere zu kopieren oder nur abzuwarten, was kommt. Konzentrieren Sie sich ausschließlich auf Ihr Nutzenversprechen und Ihre Identität. Binden Sie nicht nur sich selbst und Führungskräfte in den Change-Prozess ein, sondern auch Mitarbeiter*innen aus allen Abteilungen und Positionen sowie Ihre Gäste. Für einen reibungslosen und ergebnisorientierten Prozess möchte ich Ihnen nahelegen, sich von einem erfahrenen Experten für systemische Strategie- und Geschäftsmodellprozesse begleiten zu lassen.

Warten Sie nicht, bis die Gäste sich beschweren oder ausbleiben, dass sich die Zahlen rot färben oder sich keine qualifizierten Mitarbeiter*innen mehr bei Ihnen melden. Meist beginnen Missstände und Probleme an Ecken und Enden zu knappern, die Sie heute (noch) gar nicht auf dem Radar haben. Sich zu wünschen, wettbewerbsfähig und ertragsfähig zu sein, ist eindeutig zu wenig. Schaffen Sie heute den ersten Impuls, um das bestehende Geschäftsmodell kritisch zu hinterfragen und lassen Sie Neues zu.

Mit jedem weiteren Tag können die Probleme sukzessive mehr und intensiver werden. Starten Sie besser heute als morgen. Haben Sie Mut mit Ihrem Hotel den konventionellen Weg - und somit auch die Komfortzone -  zu verlassen und sich perfekt auf morgen vorzubereiten.

Warten Sie nicht auf bessere Zeiten, sondern schaffen Sie bessere Zeiten. Viktor Hugo sagte schon: „Die Zukunft hat viele Namen: Für Schwache ist sie das Unerreichbare, für die Furchtsamen das Unbekannte, für die Mutigen die Chance“.

Dabei wünschen wir Ihnen viel Erfolg und stehen Ihnen mit Rat und Tat jederzeit gerne zur Verfügung. Einfach info@acconsulting.co.at anklicken und anfragen! Wer fragt, führt! Mehr Informationen zu unserer systemischen Beratung in der Hotellerie bzw. im Tourismus finden Sie hier. Einfach reinklicken!

Informationen zum Buch „Tourismus 2025 Fit für die Zukunft?“ und die Buchbestellung, finden Sie auf www.tourismus2025.at. Mit besten Grüßen Christoph D. Albrecht, MBA, CMC